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Reaktionen

SERVICE - Artikelarchiv Informationsbulletin 2008-2010

Jetzt, da einige Wochen und Monate seit der ersten Veröffentlichung des Aufrufs zur Schaffung einer Kommunistischen Initiative in Deutschland vergangen sind, sind wir nun in der Lage, einen sinnvollen Überblick über die Reaktionen auf diesen zu geben, welche vor allem quantitativ unsere ursprünglichen Erwartungen übertrafen.

Damit sind in erster Linie die Reaktionen von Einzelpersonen gemeint. Zwar gibt es offizielle sowie inoffizielle Stellungnahmen von Parteien, Regionalorganisationen und Zeitschriften zu unserem Aufruf, aber entsprechend dem Konzept der Kommunistischen Initiative und unserer Einschätzung, dass eine schlagkräftige und klar leninistisch orientierte Organisation nicht aus den bestehenden Strukturen der kommunistischen Szene hervorgehen wird, konzentrieren wir uns in erster Linie auf die individuelle Unterstützung von Genossen, die unsere grundlegenden Positionen teilen.

Für die Richtigkeit dieser Einschätzung spricht unter anderem der Umstand, dass die Mehrheit unserer Unterstützer und Interessenten aus unorganisierten Kommunisten besteht, die sich nicht in einer der bestehenden Parteien organisierten oder mittlerweile aus diesen ausgetreten sind. Diejenigen Genossen, die bestehenden Parteien angehören, sind mehrheitlich Mitglieder der DKP, wobei aber das Spektrum der Unterstützer so breit ist, dass sich unter ihnen Mitglieder fast jeder nennenswerten Organisation mit kommunistischem oder sozialistischem Anspruch befinden. Der erfreulich hohe Anteil an unorganisierten Genossen und der Charakter ihrer Zuschriften bestärken uns in unserer Einschätzung der Situation. Viele Genossen in der ehemaligen DDR, die nach der Konterrevolution die PDS verließen, konnten in keiner der bestehenden Parteien eine politische Heimat finden. Ähnlich verhält es sich mit Genossen, die aus Parteien mit kommunistischem Anspruch ausgetreten sind, da sie deren rechts- oder linksopportunistische Politik nicht mittragen konnten. Die meisten DKP-Mitglieder unter den Unterstützern teilen unsere Ansicht, dass deren derzeitige Entwicklung bei einer nüchternen Einschätzung der Lage nicht aufzuhalten oder gar umzukehren ist.

Die Reaktionen auf den Aufruf zeigen, dass die Zeit für die Kommunistische Initiative mehr als reif war und dass ausreichend Potential für dieses Vorhaben vorhanden ist, da sich ein nicht geringer Teil der Kommunisten in Deutschland von den bestehenden Organisationen nicht mehr vertreten fühlt bzw. von diesen nicht mehr vertreten werden kann. 

Natürlich gab es auch Reaktionen, die nicht oder nur mit Einschränkungen positiv waren. Einige Genossen, die unsere inhaltlichen Positionen teilen, meldeten Bedenken an, ob der Weg, den wir mit der Kommunistischen Initiative gewählt haben, der richtige ist und ob es nicht besser wäre, diese Positionen in bestehenden Organisationen durchzusetzen. 

Andere hingegen ermahnten uns, dass unser angeblicher Dogmatismus [1] nicht besser sei als der von uns kritisierte Revisionismus. Natürlich gab es – was auch zu erwarten war – Personen, die unser Konzept sowohl inhaltlich als auch praktisch grundsätzlich für falsch hielten und ihrem Unmut darüber entsprechend Luft machten.

Insgesamt sind sie Reaktionen in der Mehrheit dennoch äußerst positiv. Da es zum Konzept der KI gehört, nicht der bestehenden Parteienlandschaft einfach ein weiteres Element hinzuzufügen, sollten zu diesem Zeitpunkt lediglich Unterstützer des Aufrufs gesammelt werden. Da jedoch ein großer Teil unserer Unterstützer bereits den Wunsch äußerte, im Rahmen der KI politisch aktiv zu werden, denken wir momentan über Strukturen nach, die dies ermöglichen, ohne im Widerspruch zu unseren ursprünglichen Überlegungen stehen, die wir nach wie vor für richtig halten.

Es ist im Interesse aller Genossen, zu hoffen, dass die Kommunistische Initiative der Ruck ist, der unbedingt durch die Bewegung hierzulande gehen muss.

 

 

[1] Natürlich gehören zu einer marxistisch-leninistischen Organisation bestimmte verbindliche Grundsätze. Das heißt jedoch nicht, die überlieferten Leninschen Lehrsätze sklavisch nachzubeten, sondern dessen Theorie dem Inhalt und der Methode nach anzuwenden und gegebenenfalls auch weiterzuentwickeln.


 

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