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| Diskussionsbeitrag zur Perspektivkonferenz |
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Auf Grund einer lange vor dem Bekanntwerden dieses Termins geplanten Abwesenheit aus Deutschland kann ich an der Konferenz nicht teilnehmen. Aus diesem Grund gebe ich diesen, meinen Diskussionsbeitrag zu Protokoll: Als Erstes möchte ich mich klar und eindeutig zu einer KI bekennen: 1. Die Zersplitterung der kommunistischen Bewegung hat objektiv dazu geführt, dass jede einzelne kommunistischen Strömung sich in erster Linie mit sich selbst beschäftigt hat und jede im Besitz der allein selig machenden Wahrheit zu sein glaubt. Von hier aus führt ein gerader Weg zu gegenseitigen Vorwürfen des Revisionismus, Dogmatismus, linken Sektierertums, „Stalinismus“, „Trotzkismus“, Weltfremdheit usw. usf. Diesem für die kommunistischen Bewegung unwürdigen Zustand wollte/ konnte ich für mich durch irgend-welche Mitgliedschaften nicht legitimieren. 2. Daraus folgt, dass ich den bisherigen Ansatz richtig finde, sich an Personen, nicht an Parteien zu wenden. Dieser Ansatz muss durchgehalten werden. Kommunistische Persönlichkeiten zeichnet ein eigenes Denken aus und sie sind letztlich - auch wenn es um Ihrer Diskriminierung willen oftmals anders erscheint – nicht so leicht mit Etiketten versehbar. Und kommunistische Persönlichkeiten lernen. Durch Lernfähigkeit (auch von anderen) zeichnen sich viele der existierenden kommunistischen Parteien und Strömungen – jedenfalls nach meinen Erkenntnissen - nicht oder nicht ausreichend aus. 3. Ich denke, die KI muss sich – genauso wie ich es aus bisherigen Dokumenten herausgelesen habe - in erster Linie selbst als Bewegung verstehen: Historische Vergleiche hinken – und der nachfolgende von mir gewählte allemal - aber wir sollten bewusst vorhandene Analogien zur Herausbildung des Bundes der Kommunisten erkennen und prüfen, inwieweit das Wirken von M.+E. dort uns die eine und andere Anregung für die heute vor uns stehende Aufgabe geben kann. 4. Viele Menschen in Deutschland eint die Ablehnung des gegenwärtigen politischen Systems. Viele von diesen Vielen wissen oder ahnen, dass dieses System nicht das Ende der Geschichte sein kann, folglich also überwindbar ist. Sie beginnen, nach Alternativen zu suchen. Aus vielfältigen Gründen (siehe oben) wurde die überwiegende Mehrheit der Suchenden bisher beim Kommunismus nicht fündig. Ich will dazu beitragen, dass man den Kommunismus wieder als einzige konsequente, weil wissenschaftliche und weil radikale Alternative begreift. Im weiteren möchte ich mich zu zwei Problemkreisen äußern, die mir essentiell für die nächste Etappe unseres Werdens und Wachsens zu sein scheinen. 1. Nicht grundlos sprechen wir vom Marxismus-Leninismus als einer (der einzigen) wissenschaftlichen Weltanschauung. Wir brauchen ein wissenschaftlich-theoretisch ausgearbeitetes in sich geschlossenes Konzept, das unsere Visionen einer klassenlosen Gesellschaft auf der Grundlage freier Produzenten, bezogen auf unsere heutige Welt, in der wir leben, zum Ausdruck bringt. Das ist viel mehr als nur ein Parteiprogramm. Es existieren zahlreiche marxistische Veröffentlichungen theoretisch kluger Köpfe mit interessanten Ergebnissen zu vielen Einzelfragen. Ich habe den Eindruck, sie stehen zu sehr nebeneinander. Und wenn Bezug auf andere genommen wird, steht oft der Dissens, nicht der Konsens im Mittelpunkt. Manchmal ist es eine Streitschrift, aber nicht wie weiland bei Marx. Bei unseren Klassikern stand das sachliche Argument und nicht die Person im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Hohn und Spott gossen sie bekanntlich nur über die Apologeten des Klassengegners aus. Wir sollten in einem ersten Schritt die Veröffentlichungen der marxistischen Wissenschaftler – gerade nach 1990 - sichten und zusammenfassen und - wenn nicht die Verfasser eh’ schon bei der KI sind – gezielt Verbindung suchen. Auch und gerade, weil/wenn es im Detail vielleicht verschiedene Auffassungen gibt. Denn Eines muss für uns von vornherein gelten: starre/undialektische Bezugnahme auf die Klassiker und Verteufelung neuerer Erkenntnisse (die eigenen ausgenommen…) birgt die Gefahr des Dogmatismus in sich und der könnte im Verlaufe unserer weiteren Entwicklung genau so schädlich werden wie der - allseitig zu Recht beklagte – Revisionismus. Die von mir oben eingeforderte dringende Zusammenarbeit aller, deren Denkweise der Dialektische und Historische Materialismus ist, schließt Streit nicht aus. Marx’ens Lebensmaxime „An allem ist zu zweifeln“ ist nicht lediglich ein Bonmot, sondern schon Grundlage marxistischen Denkens schlechthin. Und heißt letztlich auch, die e i g e n e n Erkenntnissen/den eigenen Standpunkten etc. an dieser Elle zu messen. (!) Wenn wir unvoreingenommen auf alle Marxisten zugehen, da bin ich mir sicher, werden wir manchen Mitstreiter noch gewinnen können. (nach unserer Logik – und wenn wir „richtig liegen“- eigentlich alle…!) 2. Aus dem oben unter Pkt. 1 Gesagten ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit der Aneignung der wissenschaftlichen Weltanschauung durch uns alle. Keine/-r kann von sich sagen, sie/er hätte das alles bereits bewältigt. Goethe hatte ja so recht, wenn er den Faust sagen lässt:“ … Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es um es zu besitzen, was man nicht nutzt, ist eine schwere Last, nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen….“ Allein vor diesem Hintergrund ist die Initiative von „offensiv“, wie auch die anderer marxistischer Bildungsoffensiven (z.B. das Studium des Marxismus an einigen deutschen Hochschulen) nicht hoch genug einzuschätzen. Die RG SüdOst hat sich dazu bekannt, ihren Anteil an der marxistischen Bildung der Genossen und künftigen Genossen zu leisten. Z.Zt. ist sie dabei, ein eigenes Konzept dazu auf die Beine zu stellen. So unstrittig der Gegenstand der marxistischen Bildung auch ist, so kompliziert erscheint mir dessen Umsetzung. Offensiv“ hat einen – bezogen auf die konkret vorgefundenen Umstände - sicherlich sehr erfolgreichen Weg gefunden. Dieser augenscheinliche Erfolg verleitet natürlich dazu, Ziele, Inhalt und Methode gewissermaßen 1: 1 auf die anderen Bildungsvorhaben unter Verantwortung der KI zu übertragen. Hüten wir uns nicht vor Auswertung der Erfahrungen und ggf. vor sinnvollen Verallgemeinerungen. Aber hüten wir uns vor Schematismus, vor Nichtbeachtung der konkreten örtlichen/personellen Situation, vor Nichtbeachtung der Vorkenntnisse (die allein – für sich betrachtet – sind schon ein „weites Feld“) und vor der Nichtbeachtung auch neuer Erkenntnisse. Es wäre wünschenswert – nicht nur für die Erarbeitung des Konzepts der RG SüdOst – „offensiv“ stellte uns ihre Selbsteinschätzung ihrer erfolgreichen marxistisch-leninistischen Bildungsoffensive zur Auswertung zur Verfügung. Mittelfristig stelle ich mir eine Art Netzwerk aller „Bildungsträger“ vor. Auch dieses Netzwerk könnte seinen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion und später letztlich zur Schaffung der Einheit der kommunistischen Bewegung leisten. Ziel unserer Bewegung ist natürlich die breite Öffentlichkeit im allgemeinen und die Arbeiterklasse im besonderen. Schlaglichtartig wird der vor uns stehende steinige Weg klar, wenn man bedenkt, dass zur letzten Bundestagswahl die Unternehmer-Partei FDP ihre parlamentarische Stärke letztlich den Stimmzetteln von Arbeitern und von anderen abhängig Beschäftigten verdankt. Hier trifft im wahrsten Sinne das geflügelte Wort von den Kälbern, die ihren Metzger selber wählen, zu. Und dennoch, auch diesen FDP-Wählern müssen wir unsere Alternative begreiflich machen. Eine wahrlich gigantische Aufgabe. Ich erkläre mich bereit, Verantwortung auch in zu bildenden zentralen Gremien zu übernehmen, meine Erfahrung, mein Denken und mein Wissen einzubringen, mitzusuchen, mitzustreiten und meine Kraft in den Dienst der Bewegung zur Schaffung einer einheitlichen kommunistischen Partei in Deutschland (die irgendwann diese Bezeichnung dann tatsächlich verdienen wird) zu stellen. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte doch. Wir können eines Tages wie Rosa Luxemburg sagen “Wir sind wieder bei Marx unter seinem Banner“. Peter Wachata |




