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Flotte schickt sich zum Durchbrechen der Belagerung Gazas an

INTERNATIONAL - Internationale Solidarität

Pressemeldung vom 16.05.10
Am vergangenen Mittwoch (12.5.10) tauften Aktivisten des Free Gaza Movement in Irland das von ihnen erworbene Schiff auf den Namen Rachel Corrie nach der us-amerikanischen Aktivistin, die 2003 von einem israelischen Bulldozer überrollt wurde und starb, als sie versuchte, Häuser im Gaza-Streifen vor der Zerstörung durch die israelische Armee zu bewahren. Bei der Zeremonie wurde statt des üblichen Champagner eine Flasche palästinensisches Olivenöl gegen den Rumpf des Schiffes geschmettert, um „das Recht der Palästinenser auf ihr Land und die internationale Solidarität für Gerechtigkeit und Frieden zu feiern“. Das MS Rachel Corrie ist unterwegs nach Zypern, wo andere Schiffe der Flotte des Free Gaza Movement dazustoßen werden, um gemeinsam die völkerrechtswidrige Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Die Ankunft der Flotte ist für Ende Mai geplant.   
Die Flotte besteht aus drei Frachtschiffen mit ca. 5000 Tonnen Ladung und fünf Passagierschiffen mit ca. 600 Aktivisten aus verschiedenen Ländern – Irland, Norwegen, Südafrika, Türkei, Jordanien, Deutschland, Malaysia, Griechenland etc. – , darunter Prominente, Journalisten und Parlamentarier.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen beklagt, dass die 325000 Flüchtlinge im Gaza-Streifen seit der von Israel und der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf den Wahlsieg der Hamas 2006 und deren Machtübernahme 2007 auferlegten Blockade von der Grundversorgung mit Lebensmitteln weitgehend abgeschnitten sind und in tiefster Armut überleben. Der übrigen Bevölkerung geht es kaum besser, zumal Wohnungen und zivile Infrastruktur bei der israelischen Militäroffensive 2008/9 weitgehend zerstört wurden und auch kein Material zum Wiederaufbau hineingelassen wird.
Daher besteht die Ladung der Gaza Freedom Flotilla u.a. aus Baumaterial und ganzen Fertighäusern, aber auch aus Rollstühlen, Krankenhausbetten, Wasseraufbereitungsgeräten, sowie aus Schulmaterialien und Spielzeug – alles Güter, die für die Bewohner Gazas durch die Blockade unerreichbar geworden sind. Ewa Jasiewicz, eine der Organisatorinnen, dazu: „Das entspricht der israelischen Politik der Kollektivbestrafung, die die Menschen in Gaza systematisch der Möglichkeit beraubt, ein Leben in Würde zu führen, und sie zu einem permanenten Überlebenskampf zwingt. Es hat nichts mit israelischen Sicherheitsinteressen zu tun.“                 
Da sich die internationale Staatengemeinschaft nicht bereit findet, gegen die israelische  Blockade vorzugehen, übernimmt die internationale Zivilgesellschaft diese Aufgabe.       
Tel Aviv hat bereits angekündigt, die Flotte nicht bis zur gazauischen Küste segeln zu lassen. Greta Berlin, Sprecherin der Initiative, beharrt jedoch auf dem Internationalen Recht: „Wir bitten Israel nicht um Erlaubnis; denn wir werden direkt aus internationalen Gewässern in das Küstengewässer vor Gaza einlaufen, das zu kontrollieren Israel kein Recht hat.“
Weitere Aktivistenschiffe werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen, darunter auch das „Jüdische Schiff“, auf den Weg gebracht durch durch die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost – EJJP Deutschland e. V." und unter Beteiligung deutscher Parlamentarier und israelischer Friedensaktivisten.

Aktuelles auf Englisch:

http://www.freegaza.org/en/home/56-news/1169-israels-intimidation-tactics-wont-stop-us-first-ship-sets-sail-for-gaza
Gideon Levy: www.haaretz.com/print-edition/opinion/boycotting-the-boycotters-1.290573

Kontakte zu den Schiffen:

Greta Berlin:  00353 851302199
Caoimhe Butterly: 00353 876114 553
Ewa Jasiewicz: 00353 851301216
Edith Lutz (EJJP Deutschland): 0049 (0)2441 4740
0049 (0) 15204519740

Aktualisiert (Dienstag, den 18. Mai 2010 um 08:18 Uhr)

 


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