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„Wer war der, der vom meisten Blute troff?/Wars Churchill, Hitler oder Gorbatschow?“ (P. Hacks)

Gedanken zu einer Erklärung Gerry Woops

Anlässlich des 80. Geburtstags Michail Gorbatschows fühlte sich Parteivorstandsmitglied und führender fds-Protagonist Gerry Woop berufen, Glückwünsche an den mutwilligen Zerstörer des sozialistischen Weltsystems zu senden. Wer diese Erklärung kennt, weiß, wie offen nunmehr in unserer Partei Geschichte gefälscht werden darf, ohne das ein Chor der Entrüstung auftritt.
Einige Auszüge:
„Michail Gorbatschow ist es zu verdanken, dass der Sozialismus in seiner europäischen staatssozialistischen Form mit Verkrustungen, Ineffizienz und Unfreiheit verschwand. [...]
Was bleibt, ist sein Versuch zur Erneuerung, zur Reform, sein Wunsch, den Menschen in seinem Land und weit darüber hinaus Angst zu nehmen [sic!]und Hoffnung zu geben.[sic!]“ Woop bestimmt weiter, in welcher Tradition die LINKE zu stehen hat: „Die Linke steht auch in dieser Tradition und weiß die Verbindung von Sozialismus, Demokratie und Freiheit programmatisch wie politisch zu sichern.“ Und schließlich: „In diesem Sinne bin ich, wie schon in den 1980er Jahren, Michail Gorbatschow immer noch sehr verbunden.“


Wem und in welcher Form Woop gratuliert, welchen zwielichtigen Gestalten er sich gar verbunden fühlt, ist seine Privatsache, wenn dies aber im Namen der Partei geschieht, darf solch grober Unfug nicht unwidersprochen bleiben. Jener Gorbatschow, der unter den Propagandabegriffen „Glasnost“ und „Perestrojka“ das revisionistische Projekt nach dem XX. Parteitag der KPdSU zu Ende geführt hat, der statt sozialistischer Demokratie die kapitalistische Barbarei zurückkehren gelassen hat, jener „Gorbi“, der bereits 1999 in Ankara ganz offen erklärt hat, dass sein Lebensziel die Vernichtung des Sozialismus gewesen sei, kurzum einer der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts, auf dessen Konto all jene Menschenleben gehen, die in neuen Kriegen nach 1991 umgebracht wurden, die täglich an den Widrigkeiten, die der globale Kapitalismus nunmehr auch in Russland wieder eingeführt hat, zugrunde gehen, darf hier unwidersprochen zur Traditions- und Identifikationsfigur der LINKEN erklärt werden.
Ich aber behaupte: Gorbatschow gehört vor einen internationalen Gerichtshof gestellt, hat sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht.
Dass es sich bei Woop wieder einmal um einen Vertreter des rechtsopportunistischen „Forum demokratischer Sozialismus“ handelt (wohl ein Sammelbecken vieler Gorbatschow-Jünger, wie eine entsprechende Passage im Programmentwurf vermuten lässt), bestätigt alle bisherigen Einschätzungen gegenüber dieser Vereinigung. Der Parteivorstand täte gut daran, sich öffentlich von Woop zu distanzieren!

Dominik Gläsner
Sprecher der KPF Görlitz
Stellvertretender Landessprecher der KPF Sachsen

 


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